Nimm dir Zeit…

Ich war vergangene Woche zum ersten Mal in meinem Leben in einem Hospiz. Einem Ort, dessen Wohngäste im Durchschnitt nach 18 Tagen verlassen. Für immer. Wenn ich sage, mir war mulmig, als ich auf das unscheinbare Gebäude in Herne zuging, wäre das untertrieben. Nur wenig vorher hatte mein Mitbewohner mir erzählt, wie unschön es sich für ihn anfühlte, eine Angehörige im Hospiz zu besuchen. Trotzdem musste ich den Schritt durch die Tür des Lukas Hospiz wagen. Warum das ganze? Ganz einfach: die Arbeit rief.

Dem Motto des Hospiz’ „Leben bis zuletzt“ getreu hatte die Heimleitung das pure Leben ins Hospiz – das von innen übrigens gemütlich und einladend wirkt – geholt: den Zirkus Amarant. Pferde, Tigerpythons, Nachwuchsartisten und Clowns brachten ihre Zuschauer zum Lächeln.

Für mich selbst war es sehr bewegend, die Hospizgäste und ihre Angehören zu beobachten. So viel Schmerz liegt bereits hinter den Gästen, so viele Sorgen vermutlich auf den Herzen der Angehörigen. Und waren sie in diesem Moment vor allem eins: glücklich, beieinander zu sein.

Die Stunde, die ich im Hospiz verbracht habe, hat mir eines mal wieder ganz deutlich vor Augen geführt: nimm nichts und niemanden als selbstverständlich hin. Sage deinen Lieben stets, wie wichtig sie dir sind. Nicht nur ein zwei Mal im Jahr. Sei dankbar für die Momente, die dir das Leben schenkt. Nimm dir Zeit – für dich, deine Freunde und deine Familie, für Fremde, denen du ein Lächeln schenken kannst.

„Das wertvollste, das wir einem Menschen schenken können, ist unsere Zeit.“ (Autor unbekannt)

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