Neknominations – nicht mit mir

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Meine Facebook-Zeitleiste quillt über vor Videos trinkender Freunde. „Neknomination“ heißt der neueste Online-Trend. Die gängigen Medien haben sich bereits den ganzen Tag lang über das neue Top-Thema berichtet.

14-02-04_beer_-_CC BY-ND 2.0_-_Cambridge_Brewing_CoFür alle, die es doch noch nicht mitbekommen haben (was als Facebook-Mitglied beinahe unmöglich zu sein scheint), hier die Spielregen des „Social Beer Games“. Wer die Ehre hat, via Videoverlinkung eine Neknomination zu erhalten, hat 24 Stunden Zeit, eiStatistiknen halben Lieder Bier auf ex auszutrinken und sich dabei zu filmen. Nach vollbrachter Tat dürfen drei neue Trinker nominiert werden. Das Bier-Exen wird gefilmt und auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken geteilt. Wer 24-Stunden nach seiner Nominierung nicht den Videobeweis seines halben Liters Bier auf ex angetreten hat, schuldet dem, der ihn nominierte, einen Kasten Bier.

Das Spiel soll schon vor einigen Jahren in Australien und Großbritannien gespielt worden sein, schwappte jedoch erst jetzt nach Deutschland. Der englische Name „Neknomantion“ steht für „nek your dring – nominate another“ und bedeutet auf Deutsch so viel wie „Exe dein Getränk – nominiere jemand anderen.“

Wenn ihr mich fragt, ist das ganze ziemlich dämlich. Versteht mich nicht falsch, auch ich trinke mal gerne ein Bier oder zwei. Selbst zu Trinkspielen sage ich selten Nein. Mich dabei zu filmen, zu trinken, das Video online zu stellen und andere Leute zu drängen, mir gleichzutun, käme mich jedoch nicht in den Sinn. Warum auch?

Ich weiß, dass ich einen halben Liter Bier exen kann – meine Freunde auch. Dass sie das ebenfalls können – vermutlich sogar viel schneller als ich – ist auch nichts Neues. Und bewundernswert schon gar nicht.

In anderen Ländern soll der Trend der Neknominations so weit gehen, dass die (un)freiwilligen Kandidaten sturzbetrunken in einen Fluss springen (und ertrinken) oder mit einer Bier-Bong über eine vielbefahrene Straße skaten. Laut So viel Dummheit finde ich noch weniger bewundernswert als nicht bewundernswertes Bier trinken.

http://www.youtube.com/watch?v=445YLWUL6Ps
Eine schöne Alternative zum sinnlosen Saufen!

14-02-04_-_good_deed_CC BY 2.0_-_Quasify

Stattdessen gilt meine Bewunderung denen, die Nein, zum sinnlosen Saufen sagen. Die britische Website TheImperic veröffentlichte erst heute eine Sammlung wundervoller Gegenvideos. Anstatt zu trinken, tun die Protagonisten dieser Videos etwas Gutes. Einer verschenkt Fußbälle an Straßenkinder in Südafrika, ein anderer spendiert Straßenarbeitern ein leckeres Mittagessen. Am Ende ihrer Videos rufen sie ihre Freunde ebenfalls zu mitmachen auf.

Diese „Random Acts of Kindness“ finde ich bewundernswert. Viele kostet es vermutlich mehr Überwindung, einen fremden Menschen anzusprechen, als allein mit einem Bierkrug vor der Kamera zu sitzen. Außerdem bereitet Andere-glücklich-machen viel mehr Freude als ein halber Liter Bier. Mir zumindest. Sollte also jemand meine Trinkfestigkeit auf die Probe stellen wollen, werde ich stattdessen Lebensmittel an die Tafel spenden.

Was haltet ihr von Neknominations? Lustiges Trinkspiel oder sinnloser Quatsch?

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2 thoughts on “Neknominations – nicht mit mir

  1. Pingback: Neknominations – not for me! | Smile Each Moment

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