Village Tour in Jodhpur – How real is “real India”?

Sunday, August 11th 2013

The hotel we stay at (Juna Mahal, very recommendable!!!), offers a “village tour” to discover “real rural india.” Since Rajasthan is known to be a quite rural state, we decided it would be nice to experience some of its reality aside from the ancient tourist attractions we had already visited on Saturday.

Since two of our friends did not feel that well today, only Isobel, Gloria and I joined our tour guide to explore rural Jodhpur. We took the jeep to visit several places. Our tour guide, Abu, told us everything about the people and their work. He even openly mentioned the caste system and explained us how to determine one’s caste (I had not expected anyone to talk about the Indian caste system since all the travel guides state it was forbidden to talk about it).

I have learned a lot about the caste system and Indian traditional craftworks (see picture gallery). However, the entire village tour did not appear to be as authentic as expected. On the one hand, we visited “real Indian people” in their real homes and workplaces to see how they life and work (which accounts for authenticity). On the other hand, they were expecting us and probably welcome tourists quite often. They earn their living by selling their work to tourists and get financially supported by the hotels that organize village tours like the one we joined.  The whole situation did not seem entirely staged but also not entirely authentic as well. (Do you get what I mean?)*

However, at the end of the day the village tour was an amazing experience. I learned a lot about the Indian culture and was actually able to apply a lot of the stuff I learned at university to real life (who would’ve expected that this? 😉 )

*The concepts I have in mind are “staged authenticity” and “the tourist gaze” by John Urry. I learned about them in a university course I participated in last semester and ever since pay more attention to how authentic my touristic experiences appear to be.

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Ein Ausflug in die Dörfer Jodhpurs – Wie echt ist das “echte Indien”?

Sonntag, 12. August 2013
Das wunderschöne Hotel, in dem wohnen (Juna Mahal, sehr empfehlenswert!!!) bietet eine „Village Tour“ durch die ländlichen Dörfer Jodhpurs an. Während des Tagesausflugs mit einem indischen Reiseleiter soll man das „echte, ländliche Indien“ kennen lernen. Da Rajasthan dafür bekannt ist, ein sehr traditionell geprägter Staat zu sein, entschieden wir uns dafür, die Village Tour mitzumachen. Die alte Stadt und ihre Baudenkmäler haben wir uns schließlich allesamt schon gestern angesehen.
Da sich zwei der Mädels nicht so wohl fühlten, brachen heute Morgen nur Isobel, Glora und ich zur Village Tour durch das ländliche Jodhpur auf. Auch heut mit dabei: unser wundervoller indischer Fremdenführer Abu. Er hat uns stundenlang mit allen nur erdenklichen Infos über die Menschen auf den Dörfern, ihre Arbeit und das Kastensystem gefüttert. Ich hatte nicht erwartet, jemals mit einem Inder über das Kastensystem zu reden, da sämtliche meine Reiseführer behauptet hatten, das sei unschicklich, in Rajasthan ist man aber scheinbar stolz auf seine Kaste. Der Staat ist dafür bekannt, dass in den blau gestrichenen Häusern einst nur Brahmins (eine der „besten“ Kasten) lebten.
Ich habe während unseres Ausflugs unglaublich viel über das Kastensystem und die traditionellen indischen Handwerke gelernt (Siehe Bildergalerie). Trotzdem kam mir die ganze Village Tour nicht so authentisch vor, wie ich es mir erhofft hatte. Einerseits haben wir echte Inder in ihren echten Häusern und an ihren echten Arbeitsplätzen besucht (schließlich waren wir ja nicht in einem Freiluftmuseum). Andererseits haben uns die Leute, die wir besucht haben, bereits erwartet und empfangen vermutlich regelmäßig Touristengruppen wie unsere. Sie verdienen ihr Geld damit, ihre Arbeiten an uns zu verkaufen und werden von den Hotels, die die Village Tours anbieten, finanziell unterstützt. All die Orte, die wir besucht haben, erschienen mir zwar nicht komplett unecht oder gänzlich gestellt, aber eben auch nicht so richtig authentisch (ergibt das für Außenstehende Sinn?).*
Wie dem auch sei, alles in allem war die Village Tour eine tolle Erfahrung. Ich habe super viel über die indische Kultur dazu gelernt und konnte tatsächlich einige der Theorien, die bisher während meines Studium gelernt habe, in der Praxis anwenden (wer hätte das gedacht? 😉 ).
*Die Theorien, an die ich während der Tour heute denken musste, sind “staged authenticity” (gespielte Authentizität) und “the tourist gaze” (~ die touristische Schaulust) von John Urry. Wir haben sie in einem meiner Kurse während des letzten Semester so viel diskutiert, dass ich seitdem ständig versuche, meine touristischen Erlebnisse entsprechend einzuordnen.

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